Das Alte Testament ist eine Einheit aus insgesamt 39 Büchern. Diese Bücher sind in verschiedenen Gruppen zusammengefasst. Wenn man zu Jesu Zeiten sagte: „Das Gesetz und die Propheten“ so war das ganze Alte Testament gemeint.
Anerkannte geistliche Leiter des Volkes Israels hatten die Bücher im Auftrag Gottes geschrieben. Sie galten als Gottes Wort oder Heilige Schrift. Und das ist bis heute so geblieben.
Bei vielen Büchern der Bibel ist es uns ganz klar, dass dies göttliche Offenbarungen sind. Heißt es doch oft: „Das Wort des Herrn kam zu mir!“ oder „Gott sprach!“ oder „So spricht der Herr.“ Es sind hauptsächlich die Propheten, die diese Wendungen gebrauchen.
Dann gibt es aber auch noch andere Bücher, bei denen uns das nicht so klar erscheint. Da ist z.B. das Buch Esther. In der ganzen Erzählung fällt nicht einmal der Name Gottes. Es wird von einer Königin aus jüdischem Geschlecht berichtet, die in Persien lebte, als Gottes Volk dort in der Gefangenschaft war. Man kann sich fragen: Wie kommt ein solcher Bericht in den Kanon des Alten Testaments? Was hat das mit Gottes Wort zu tun?
Wenn wir die Geschichte aber lesen merken wir, dass Esther das gesamte Volk Gottes durch eine sehr mutige Tat gerettet hat. Sie vertraute ihrem Gott und der bewahrte auf wunderbare Weise Israel vor der Ausrottung. Dieses Ereignis war natürlich sehr bedeutungsvoll für die Juden. Sie wollten es unbedingt als ein Zeugnis des Handelns ihres Gottes aufbewahrt wissen.
Es gibt noch andere Bücher, die es uns manchmal nicht so leicht machen, das Wort Gottes darin zu erkennen. Eines dieser Bücher ist z.B. der Prediger oder auch das Hohe Lied. Selbstverständlich kann das Lesen dieser Schriften für uns ein großer Gewinn sein. Wir lernen vieles über Gott, oder über die Erfahrungen, die andere mit Gott gemacht haben. Aber wir müssen auch zugeben, dass Zweifler und Kritiker der Bibel gerade diese Bücher hervorholen, um die Autorität und Glaubwürdigkeit des Wortes Gottes infrage zu stellen. Und wenn wir erst einmal anfangen bei einem Buch Misstrauen zu verspüren, dann fällt bald der ganze Kanon auseinander. Deshalb müssen wir unbedingt daran festhalten, dass die ganze Bibel, alle Bücher, Kapitel, Verse, Sätze und Worte Teil des einen, anerkannten Kanons sind.
Die Bibel ist nicht ein Buch, dass vom Himmel gefallen ist. Es ist auch nicht ein Buch, das einer bestimmten Person in einem kurzen Zeitabschnitt diktiert wurde. Die Bibel wurde vielmehr über einen großen Zeitraum von sehr verschiedenen Persönlichkeiten geschrieben. Ihre Schriften bilden aber eine zuverlässige Einheit durch die Kanonisierung. Wer das Wort Gottes liest und ihm glaubt, wird viel Segen und Freude erfahren, so wie es im Psalm 119 und vielen anderen Stellen bezeugt wird.
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